Box

Carsten Ahrens, Katalog „CLOSE UP“ Verlag : modo ISBN 3-922675-37-9

Ralf Peters trägt den Traum von der Verwandlung der Welt in ein neues Zeitalter. Seine Arbeiten jonglieren mit den fest stehenden Realitäten der alltäglichen Wirklichkeit, hebeln sie in spielerischer Weise aus. Sein künstlerischer Blick vereint in den Metamorphosen neuer Bildmedien spielerischen Witz und kritische Tiefe. Der Künstler dekliniert seine Sujets, seien es Tankstellen, Schwimmbäder, Einkaufszeilen oder, wie in der jüngsten Serie, raumgreifende Architekturen, wie sie die Silhouetten unserer Städte bestimmen, durch die Parameter seiner künstlerischen Sprache in eine andere Wirklichkeit.
Peters interessiert die solitäre Stellung dieser architektonischen Giganten, die in ihrer losgelöstheit vom städtischen Umraum als Zeichen erscheinen, in denen sich Macht und Modernität von Unternehmen spiegeln. Diese erratischen Blöcke des Stadtraumes geraten im Prozess der digitalen Metamorphose in eine gänzliche Isolation. Es entstehen skulpturale Körper, die auf den Flächen des Bildes zu schweben scheinen. Peters dreht die Koordinaten der Gebäude, legt ihr aufwärts strebendes Moment auf die Seite und spiegelt die Architektur in ihrem eigenen Ästhetizismus. „Boxes“ nennt der Künstler die so entstehenden reizvollen Körper, die durch wenige Handgriffe nur zu scheinbar handhabbaren Objekten werden. Unser Blick navigiert gewissermaßen auf den spielerischen Oberflächen, den ornamentalen Linien dieser außer Kraft und Funktion gesetzten Häuser und schärft sich gleichsam zu einer fundierten Kritik unseres Begriffs von städtischer Architektur.
Vilèm Flusser sprach in seinen Texten immer wieder davon, dass der Mensch der Zukunft kein homo faber mehr sei, sondern vielmehr auf dem Sprung gedacht werden müsse, ein homo ludens zu werden. Einmal mehr formulieren zunächst die Künstler diesen vorgestellten Weg. Der spielerische Akzent, der den Künstler in die Rolle des Mediators versetzt, der aus den Daten des Realen eine andere Welt destilliert und vor.